Einfach leben, Minimalismus, Primal/Paleo, ReWilding, Selbermachen, Selbstversorgung, Vereinfachen

ReWilding – wie „wild“ sind wir eigentlich noch?

Puh, schon wieder so eine lange Pause, tut mir leid 🙂

Ich bin seit einiger Zeit im ReWilding-Fieber. ReWilding? Wasn das? Leider hab ich noch keine passende deutsche Übersetzung gefunden…

Standet ihr auch schonmal mitten in der Stadt, umgeben von Lärm, Beton, stinkender Luft, und habt euch gefragt: Was machen wir hier eigentlich mit unserem Planeten? Autos, Computer, die „Errungenschaften“ unserer Zivilisation kommen mir dann plötzlich sooo absurd vor. Die vielen Konsumtempel sooo sinnlos. Unser ganzes System, in dem wir leben, so grundsätzlich falsch und lebensfeindlich…. dass ich am liebsten einfach nur hier weg möchte. In eine Welt, in der man wirklich frei ist. Überall barfuß laufen kann, alles essen kann, was um einen herum wächst, aus jedem Bach und See trinken kann, ohne sich Gedanken um mögliche Verschmutzung machen zu müssen. Nur leider können wir die Zeit nicht wieder zurückdrehen und eine zweite Erde gibt es soweit ich weiß auch nicht in unserer Nähe.

Aber es gibt Wege, sich auch innerhalb der Zivilisation an unsere eigentlichen Wurzeln, nämlich die eines Jäger-und-Sammler-Lebensstils, zurückzuerinnern, und Aspekte davon ins „normale“ Leben zu integrieren. Es gibt so vieles, was entgegen unserer eigentlichen Natur ist und uns somit auf Dauer krank macht, was man aber ganz einfach anpassen kann, wenn man denn dafür offen ist…

treppe

Wie wir schlafen, essen, wohnen, uns bewegen, kleiden, Beziehungen miteinander eingehen, gebären, sterben… einfach alles was zum Leben dazugehört.

Eine totale Inspiration für mich auf dem Gebiet des ReWilding ist Daniel Vitalis (leider nur englischsprachig). Er hat so eine erfrischend tabulose Art, die Dinge beim Namen zu nennen, in Frage zu stellen, aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten und in großen Zusammenhängen zu denken, dass es richtig Spaß macht ihm zu folgen. Es gibt ein sehr lesenswertes, freies Magazin auf seiner Webseite mit 8 Ausgaben zu den großen Themen des Lebens, die jeweils zu den Jahreskreisfesten erschienen sind, und außderdem ca. wöchentlich eine neue Folge seines ReWild Yourself! Podcasts mit sehr interessanten Gästen.

Auch unbedingt empfehlenswert ist die Podcastserie bei Extreme Health Radio zu den vier Elementen:

EARTH- Verdauung und Ernährung

WATER- Strategien für gesundes Trinkwasser

AIR- Strategien für saubere Luft

FIRE- Wie alle Formen von Licht unsere Gesundheit beeinflussen

Eine weitere großartige ReWilding Inspirationsquelle ist Arthur Haines, der auch schon ein paar Mal in Daniels Podcast zu hören war. Er ist Botaniker und sein Fokus liegt auf essbaren Wild- und Heilpflanzen und ursprünglichen (Über)Lebenstechniken unserer Vorfahren, die über bloßes Survival hinausgehen. Hier ein schöner Artikel von ihm über die ReWilding Grundsätze. Nach ihm ist ReWilding ein Prozess, Menschen zu schaffen, die in einer gesunden, heilsamen und wirklich nachhaltigen und autarken Weise und in enger Verbundenheit mit und von ihrer natürlichen Umgebung leben können. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, der wahrscheinlich mehrere Generationen dauern wird, aber jeder kann genau da anfangen wo er gerade ist. Schön zusammengefasst in diesem Video über den Neo-Aboriginal Lifeway, wie er es nennt.

Und hier lose und unvollständig ein paar Dinge, die ich mittlerweile mache, und die jeder ohne großen Aufwand umsetzen kann:

  • morgens so früh wie möglich in die Sonne gehen – das hilft unseren zirkadianen Rhythmus einzustellen
  • so oft wie möglich barfuß laufen- unsere Füße sind nicht für Schuhe gemacht! Und wenn barfuß nicht geht, dann entweder Barfußschuhe (ich liebe meine Vibram Five Fingers) oder wenigstens welche ohne Absatz
  • um die Mittagszeit herum möglichst unbekleidet und ganz wichtig: OHNE Sonnenschutz ein KURZES Sonnenbad nehmen, d.h. für mich ca. 20 Minuten pro Körperseite- für eine ausreichende Vitamin D Produktion
  • so viel wie möglich wildes Obst, Gemüse und Kräuter selbst sammeln und essen- weil darin viel mehr wertvolle Inhaltsstoffe (und viel weniger Gifte) enthalten sind als in Supermarktware
  • sich abends nach Sonnenuntergang keinem hellen künstlichen Licht (inklusive Bildschirm) mehr aussetzen, sondern lieber Kerzen anmachen- wir (damit meine ich unsere Spezies) saßen vermutlich 200.000 Jahre lang jeden Abend am Lagerfeuer
  • und falls man doch spät abends noch vorm Bildschirm sitzt: f.lux installieren- die Software passt die Bildschirmhelligkeit automatisch an die Tageszeit an
  • die Schlafumgebung so dunkel wie möglich halten und keine elektrischen Geräte im Schlafzimmer, wir haben z.B. diese Verdunkelungsvorhänge
  • so viel wie möglich selbermachen
  • usw.usw. …

ReWilding ist wie eine Sucht- wenn man erstmal anfängt, kann man nicht mehr damit aufhören 😉

 

Fundstücke der Woche, Küchenzauber, Naturkosmetik, Primal/Paleo, Schwangerschaft, Selbermachen

Fundstücke der Woche

  • Failure Club, eine Yahoo-TV-Show: Leute versuchen, innerhalb von einem Jahr ihren (Kindheits-)Traum zu verwirklichen
  • und weiter geht’s mit der DIY-Kosmetik: diesmal Zahnpasta
  • Zauberhafte Zeichnungen: http://eimearbrennan.com/
  • Sacred Pregnancy, ein tolles, ANDERES Buch für die Schwangerschaft mit einem bestimmten Thema für jede Woche und sehr schönen Fotos. Es gibt auch ein vierteljährlich erscheinendes Magazin dazu. Schade, dass ich es nicht schon eher entdeckt habe, es ist ja tatsächlich schon bald Halbzeit!
  • und eigentlich hasse ich ja Werbung, aber für dieses Ebook muss ich einfach Werbung machen, alleine schon wegen dem absolut göttlichen „Chocolate Truffle Cake“, den es bei uns am Sonntag gab 🙂 Indulge – 70 Grain Free Desserts

Abwechslung aufm Teller, Küchenzauber, Primal/Paleo

Neuentdecktes Gemüse

Da wir ja jetzt als Beilagen schon länger keine Nudeln, Kartoffeln, Reis & Co. mehr essen, gibt es vieeeel mehr Gemüse als vorher.

Da wandert dann schonmal was in den Einkaufskorb, was ich vorher liegen lassen habe. Neu entdeckt haben wir:

gemüseBildquellen: http://fddb.info/db/de/lebensmittel/naturprodukt_steckruebe/foto.html#23003, http://foodbilder.huettenhilfe.de/kategorie/freigestellte-bilder unter der CC-Lizenz by-nc-sa
 

die Steckrübe, Spitzkohl und Butternut Kürbis. Drei ganz neue Geschmacksrichtungen, und wirklich alle sehr lecker.

Meine momentanen Lieblingsrezepte mit den drei Neuen:

Steckrüben-Eintopf

Einfach aus Gemüseresten, Brühe und Suppenfleisch einen Eintopf kochen, schmeckt am besten nach mindestens zweimal Aufwärmen 😉

Paleo Butternut Lasagne

frei nach diesem Rezept– da brauch ich echt keine „richtige“ Lasagne mehr, soooooo gut! Als Lasagneplatten nimmt man Kürbisscheiben.

Spitzkohl-Karotten-Gemüse

mit viel Butter, sehr lecker zu Fisch.

Was macht ihr so aus Steckrübe, Spitzkohl und Butternut Kürbis?

(Heute wollte ich nachschauen, wann ich eigentlich den ersten Blogartikel veröffentlicht habe- auf den Tag genau vor genau vier Jahren!)

(F)Rohkost, Gesundheit, Primal/Paleo

Ernährung: Radiant & Primal

In Punkto Ernährung ist auch dringend mal wieder ein Update nötig. Letztes Jahr hat sich bei mir so einiges getan, dazu hab ich hier bis jetzt noch gar kein Wort verloren.

Nach der Schwangerschaft, als Babymiez so in etwa ein halbes Jahr alt war habe ich noch voll gestillt, fühlte ich mich total ausgelaugt, müde, antriebslos und ohne jede Energie. Ende April hab ich mich bei Leonie Dawsons Goddess Circle angemeldet, und Anfang Mai startete der Radiant Goddess e-course:

„A 21-day nutrition, movement & meditation journey to revitalise your body, mind & soul! You’ll be guided by gorgeous menu plans, movement plans, spirit + inspiration projects, and meditations to guide you as you reawaken your Radiant Goddess self. This is perfect if you’re ready to be moving, meditating, eating & discovering in a joyful, spirited goddess way. Ready to feel blissed out, inspired & radiant?“

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Das hörte sich genau nach dem an, was ich brauchte, also machte ich gleich mit. Der e-course ist in der Mitgliedschaft mit inbegriffen, ansonsten kostet er 89$.

Jeden Tag gab es ein Coaching-Video von Leonie, einen Ernährungsplan mit hauptsächlich Rohkostrezepten, außerdem Meditationen und Vorschläge für kreative Projekte und Bewegung.

Das hier war z.B. mein Vision Board zum Thema „Radiance“:

visionboard-radiance

Die 3 Wochen waren total schnell rum, und es hat echt viel Spaß gemacht! Es waren soviele tolle Anregungen für den Alltag dabei, und einige der Rezepte wurden zu absoluten Lieblingen, die heute noch immer mal wieder auf den Tisch kommen. Am Ende des Kurses gab es noch eine Linkliste, unter anderem auf Leo Babautas zenhabits, bzw. einen Artikel mit einer Liste von inspirierenden Fitnessblogs. Gleich der erste war Mark’s Daily Apple. Ich hab ihn angeklickt und kam tagelang nicht mehr los von der Seite. Es war genau das, wonach ich gesucht hatte. Im Prinzip leben wie die Steinzeitmenschen, aber eben modern: „Primal Living in a modern world.“ Unsere Gene sind größtenteils noch die unserer steinzeitlichen Vorfahren, weshalb unsere Körper auch heute am besten funktionieren, wenn wir „steinzeitlich“ leben. Das heißt, v.a. kein Getreide und Zucker essen, sondern Pflanzen und Tiere. Sich viel und langsam bewegen (Stichwort Jäger und Sammler), ab und zu schwere Sachen heben und einen Sprint hinlegen (Jagd oder Flucht), genügend schlafen und ausruhen, auch mal spielen, Sonnenbaden, und möglichst viel barfuß laufen. Die Ernährung spielt seiner Meinung nach eine sehr große Rolle, etwa 80% der körperlichen Verfassung werden dadurch bestimmt.

Ab Juni haben wir es dann einfach mal ausprobiert. Kein Getreide mehr, dafür viel Gemüse, kleine Mengen Bio-Fleisch, relativ viel gute Fette wie Kokosöl, Olivenöl, Butter & Ghee. Komischerweise hatte ich plötzlich wieder Lust auf Fleisch, nachdem ich jahrelang Vegetarierin und zeitweise sogar Veganerin war. Und siehe da: die 3-4 Kilos zuviel, die seit Jahren wie Zement an mir dranhingen, verschwanden nach und nach, obwohl ich mehr Fett aß als je zuvor. An meinen Armen wurden plötzlich Muskeln sichtbar. Die Müdigkeit, die nach einem kohlehydratreichen Essen ziemlich zuverlässig immer kurz nach dem Essen kam, weg. Kein aufgeblähter Bauch mehr. Meine Haut wurde besser. Kurz gesagt, es musste was dran sein. Über Weihnachten dann kam ein Rückfall in alte Gewohnheiten (woran teilweise auch die Schwangerschaftsgelüste Schuld sind ;-)), es gab Plätzchen, Pizza, und auch mal wieder Brot. Ich merke aber, dass es mir nicht gut tut, und nun will ich langsam wieder auf den Primal/Paleo-Zug aufspringen…

Ob ich damit nun MEINE Ernährungsweise gefunden habe, kann ich noch nicht sagen, aber ich bin auf jeden Fall näher dran als je zuvor.