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Hol dir Holunder!

So sehen 4 kg frisch gepflückte Holunderbeeren aus 🙂

In Vorbereitung auf die herbstliche Erkältungszeit ist der Holunder ein wichtiger Verbündeter. Mit meinem Winter-Holundersirup hab ich schon öfter eine sich anschleichende Erkältung abwehren können 🙂 Und oberlecker schmeckts auch noch!

Achtung, Holunderbeeren nicht roh verzehren, das würde dem Magen nicht ganz so gut gefallen 😉 Und die unreifen grünen Beeren bitte auch aussortieren. Ich mach das immer so:

Die Beeren mit einer Gabel und mit ein bisschen Gefühl von den Strünken „kämmen“, dann zum Waschen in eine große Schüssel geben, und tataaaa: die unreifen Beeren schwimmen oben und lassen sich ganz einfach mit einem Sieb abschöpfen.

Ich finde, die übrigen rotgefärbten Strünke sehen aus wie fein verästelte Blutgefäße…

Und jetzt zeig ich euch, was ich aus den 4kg Beeren alles gemacht habe:

4 Flaschen Holundermuttersaft, 3 Gläser Marmelade, eine große Schüssel voll Holunderdessert, 1 Flasche Wintersirup und 2 Flaschen Holunderessig.

Aus dem Muttersaft mach ich dann immer nach Bedarf den Wintersirup, siehe weiter unten.

Für den Muttersaft die verlesenen Beeren in einen großen Topf füllen, zwei Fiinger breit mit Wasser bedecken und ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde kochen lassen, bis die Beeren aufplatzen. Dann durch ein Tuch seihen, in sterilisierte Flaschen mit Twist-Off-Verschluss füllen, und die verschlossenen Flaschen nochmal in einen Topf mit Wasser stellen und ab Kochzeitpunkt ca. 35 Minuten kochen lassen. Ich decke noch ein Geschirrtuch drüber, damit nicht soviel Wasser verdampft. Nach der Kochzeit dann abkühlen lassen, fertig 🙂

Für die Holundermarmelade zuerst einen kleinen Teller für die Gelierprobe in den Kühlschrank stellen 🙂 Dann wie für den Saft auch die Beeren mit Wasser bedecken und kochen lassen, dann durch die Flotte Lotte drehen, abwiegen und mit entsprechender Menge an Geliermittel aufkochen. Ich hatte diesmal noch einen Rest Apfelpektin und ein bisschen Gelierzucker, und nach Geschmack mit Vollrohrzucker gesüßt. Noch ein bisschen Zitronensaft und Gewürze dazugeben: das waren bei mir Zimt, Piment, Vanille und Nelken, und einen Schuss Glühwein 😉 Dann mit Gelierprobe schauen, ob es schon fest genug ist. Dafür einen kleinen Klecks von der heißen Marmelade auf den kalten Teller geben und schauen was passiert. Sobald die Marmelade fest genug ist, in Schraubgläser füllen. Fertig 🙂 Die Reste aus der Flotten Lotte für Essig aufheben!

Das Holunderbeeren-Dessert mach ich so: ca. 600g Beeren mit 1/4 Liter Rotwein (diesmal hatte ich nur Glühwein, passt sogar noch besser ;-)), Schale von einer ganzen und Saft von einer halben Zitrone, 100g Rapadura-Vollrohrzucker, Vanille, einer Zimtstange und 5 Nelken aufkochen, kurz köcheln lassen, durch die Flotte Lotte drehen, mit Geliermittel nach Wahl nochmal kurz aufkochen lassen, und dann in einer Schüssel kalt stellen. Serviert wird das ganze dann mit einem Klecks (Cashew-)Sahne. Leeeecker.

Für den Essig hab ich einfach die ganzen Reste aus der Flotten Lotte in zwei Passata-Flaschen gefüllt, mit Essig aufgefüllt- einmal mit Apfelessig, und für einen Gewürzessig Weißweinessig und eine Zimtstange und ein paar Nelken mit dazu. Das ganze zieht jetzt ein paar Wochen und wird dann abgeseiht. Prima Weihnachtsgeschenk übrigens 🙂

Und für den Wintersirup ca. 1/2 Liter des frischen Muttersaftes mit 1 TL Zimt, 1/2 TL gemahlenem Ingwer, 5 Nelken, 1 Prise Piment aufkochen, ein paar Minuten einkochen lassen, durch ein Sieb abseihen und Honig nach Geschmack dazugeben, das ist bei mir immer ein großer gehäufter Esslöffel voll. Fertig 🙂 Am besten im Kühlschrank lagern, der Sirup hält leider nicht sehr lange. Davon nehmen wir dann ab September vorbeugend jeden Tag einen Löffel voll, oder wenn eine Erkältung im Anmarsch ist, mehrmals täglich einen Löffel.

Ein Tag in der Küche, einen wunderbaren Duft im Haus, lila gefärbte Hände, und konservierte Sommerschätze für den Winter 😉

 

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Laterne, Laterne…

Eigentlich feiern wir St. Martin gar nicht, aber man kann ja trotzdem Laternen basteln, oder?

Als ich die Anleitung für die Faltlaterne bei Jademond gesehen habe war ich so angetan, dass ich sie unbedingt nachbasteln wollte.

Verwendet habe ich Skizzenpapier in DIN A3, Wasserfarben, Salz und Sonnenblumenöl.

Und so sieht unsere aus:

Macht Spaß, Kind kann mit „helfen“ (sie hat nicht mit Wasserfarben das Papier bemalt, wie ich mir das dachte, sondern mit dem Wasser die Tischdecke ;-)), ist einfach und geht recht schnell, und was am Wichtigsten ist: lauter schnell unterbrechbare kleine Einzelschritte, genau das Richtige für eine 2-unter-2-Mama 😉

Die Farben hätten wir ruhig noch ein bisschen kräftiger machen können, beleuchtet sieht sie leider etwas blass aus. Aber für die erste selbstgebastelte Laterne nicht schlecht.

Diese hier will ich auch noch machen, so eine hab ich mal in der Schule gebastelt.

Und hier ganz unten, die Nr. 8 sieht auch toll aus, so wie ich das sehe ist das ja nur eine kleine Abwandlung von Jademonds Anleitung.

Einfach leben, Herbst, Vereinfachen

Herbstliches Internetfasten

Jetzt ist zwar keine Fastenzeit, aber ich finde der Herbst läd gerade nur so dazu ein, sich ein bisschen zurückzuziehen von der Informationsflut, die ständig auf einen hereinprasselt.

Ich komme momentan kaum zur Ruhe, und wenn ich Abends/Nachts dann schlafen könnte, kann ich nicht, weil mir die Gedanken nur so durch den Kopf rasen. Meine sowieso schon langen Alltags-ToDo-Listen werden immer länger, weil ich v.a. im Internet ständig neue Sachen entdecke, die ich dann am liebsten auch alle machen will. Was ich aber natürlich nicht alles schaffe. Und so entsteht so ein ähnliches Gefühl von „Nicht-Genug-Sein“ bzw. Unzufriedenheit, wie es die Werbung zum Ziel hat.

Oh, die näht Klamotten selber. Toll, will ich auch! Oh, die macht so tolle Fotos. Das würde ich auch gern können. Montessori. Da muss ich unbedingt mehr drüber lesen. Sauerkraut. Yoga. Seife sieden. Babymassage. BARF für die Katzen. Diesen und jenen Artikel noch lesen. Usw.

Mein Kopf verfängt sich in den Dingen, die noch auf der ToDo-Liste stehen, anstatt sich über den Moment und darüber zu freuen, was ich schon geschafft habe (Mittagessen kochen! Staubsaugen! Aufwaschen! ). Vor lauter Rattern im Kopf verpasse ich es oft, mich über Kleinigkeiten im Alltag zu freuen, und rege mich stattdessen über andere (unwichtige) Kleinigkeiten auf. Dazu kommt noch, dass mein stilldementes Hirn ständig Dinge vergisst.

Ich will einfach mal ausprobieren, ob der Input durch das Internet da ein entscheidender Faktor ist und eine Woche lang „fasten“. Wie die Bäume draußen die Energie auf das Wesentliche konzentrieren und die Blätter abwerfen. Bzw. mir selber darüber klar werden, was für mich eigentlich das Wesentliche ist. Und wieviel Internet ich wirklich „brauche“.

5 Minuten Emails checken am Tag sind aber erlaubt!

Los geht`s am Montag, 21.10., bis Sonntag den 27.10.

Wer Lust hat, kann sich gerne anschließen 🙂

Fundstücke, Herbst, Seifenschaum, Selbermachen, Selbstversorgung

Herbstschätze

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Alles umsonst, draußen in der Natur gesammelt:

Und was mach ich nun damit? 😉

Die Kastanien werden zu Waschmittel verarbeitet. Europäische Waschnüsse, sozusagen. Eine tolle Anleitung dazu findet ihr bei Stella.

Aus Äpfeln und

Birnen wird u.a. Mus gekocht für die kleine Maus. Und was ich auch schon lange mal wieder ausprobieren wollte, ist ein dänisches Apfeldessert, so eine Art Schichtspeise mit in Fett gerösteten Semmelbröseln, Apfelmus und Sahne. Mjam. Erinnert mich an einen Bornholm-Urlaub als Kind…

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Herbst, Küchenzauber, Selbermachen

Hagebutten, die Zweite…

…Aktion:

Diesmal hab ich Hagebuttenmarmelade gemacht. Hätte nicht gedacht, dass ich davon Muskelkater im Arm kriege 😉

Zuerst ca. 2 kg Hagebutten pflücken- am besten mit Handschuhen, sonst muss man blutige Opfer bringen. Die Hagebutten von der „Fliege“ und dem Stielansatz befreien (das allein dauert schon fast 2 Stunden…), und dann entweder einfrieren, dass sie weich werden, oder weich kochen. Ich hab sie eingefroren und dann mit 1l Apfelsaft etwa 15 Minuten lang köcheln lassen. Die Pampe dann ZWEIMAL durch eine Flotte Lotte drehen ( hab mir extra dafür eine gekauft, weil ich nicht weiß, wie man die Hagebutten besser von den Kernen befreien könnte), dass man soviel Hagebuttenmark wie möglich herausbekommt. Und wen die feinen juckenden Härchen stören, sollte das Ganze nochmal durch ein feineres Sieb streichen (daher hab ich den Muskelkater- der absolut unergonomische Griff eines normalen Siebs ist eben nicht für einen 1-stündigen Dauergebrauch gedacht.

Uff- jetzt ist endlich das Hagebuttenmark fertig.

Dann zwei Äpfel schälen und ganz fein würfeln, in 400 ml Orangensaft weich kochen, Hagebuttenmark und 500 g Gelierzucker (2:1) dazurühren, ich hab noch 3 gestrichene Teelöffel Agar-Agar dazugerührt, und ein bisschen Apfelsüße, dann wird das Ganze nicht so pappig süß wie mit 1 kg Zucker.

4 Minuten sprudelnd kochen lassen und heiß in Schraubgläser füllen, auf den Kopf drehen.

Nachdem die Marmelade im Glas war, war ich sprichwörtlich FERTIG. Aber, der Aufwand hat sich gelohnt, die Marmelade ist wirklich ein Traum! 🙂

Damit wird in den nächsten Tagen Plätzchen gebacken 🙂

Herbst, Küchenzauber

„Himmel&Hölle“- Gebackene Hokkaido-Spalten

Und hier noch ein Kürbisrezept, weils doch so lecker ist!


hokkaido-spalten

Einen Hokkaido-Kürbis aufschneiden, aushöhlen, in ca. 3cm breite Spalten schneiden und auf ein eingeöltes Backblech legen. Eine süße Marinade (Himmel) und eine scharfe Marinade (Hölle) einrühren:

Himmel: Olivenöl, gemahlene Mandeln, Zimt, Honig, Salz&Pfeffer

Hölle: Olivenöl, Chili, Paprika, Curry, Salz&Pfeffer

und je die Hälfte der Spalten damit bestreichen. Das Ganze eine halbe Stunde in den Backofen, fertig 🙂

Dazu: Reis & Pflaumenmus (ja, im Ernst!), Lauchgemüse mit Schafskäsewürfeln, oder….

Herbst, Küchenzauber, Winter

Die ersten Plätzchen…

…in diesem Jahr musste ich heute einfach backen, habs nicht mehr länger ausgehalten 😉

Aber es sind keine „Nur-Weihnachtsplätzchen“, sondern welche für den ganzen Winter, weil sie einem wirklich einheizen-dafür sorgen Ingwer und Chili.

Feuerschlucker“ wäre sogar noch besser 😉

Ingwer-Mandel-Kekse

Und hier das Rezept:

50 g Ingwer, geschält und gerieben oder fein gewürfelt

50 g Butter

60 g Mehl

60 g Zucker

Vanillepulver, und wer will etwas Chili

75 g Mandelblättchen

25 g gemahlene Mandeln

Die Butter in einem Topf schmelzen lassen, den Zucker dazugeben und auflösen, Vanille, Mehl und Ingwer unterrühren, und zum Schluss vorsichtig die Mandeln. Dann mit einem Teelöffel kleine Häufchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben, flach (!)drücken, und bei 175 °C ca. 15 Minuten backen.

Abkühlen lassen,

Und dann gut verstecken!

Tipp: Damit es sich lohnt, gleich mindestens die doppelte Menge backen 🙂