Aufklärung, Elternsein, Frausein, Geburt, Hausgeburt, Kinder, Schwangerschaft, Sternenkinder

Meine kleine Geburt

Triggerwarnung: Vorsicht, nichts für schwache Nerven!!!

 

Ich habe hin-und herüberlegt, ob ich diesen Beitrag wirklich so veröffentlichen soll. Aber ich glaube, es ist wichtig, dass genau soetwas auch an die Öffentlichkeit kommt, weil es einfach mit zum Leben dazugehört. Bisher wurde bzw. wird diese Thematik halt einfach im wahrsten Sinne des Wortes totgeschwiegen, weil es unangenehm ist, man nicht weiß, wie man mit Betroffenen umgehen soll, und man sowas vielleicht auch einfach gar nicht wissen will. Lustige Geschichten finden vermutlich mehr Leser, aber manchmal ist das Leben halt einfach NICHT lustig.

Da eine kleine Geburt ein in Deutschland leider immernoch eher ungewöhnlicher Weg ist, und frau nach der Diagnose „verhaltener Abort“ meist sofort zur Ausschabung gedrängt wird, will ich hier meinen Erfahrungsbericht dazu beisteuern und Mut machen, auch bei einer Fehl-Geburt einen selbstbestimmten Weg zu gehen:

Seit mittlerweile zwei Wochen wusste ich, dass das kleine Herz in meinem Bauch nicht mehr schlägt. Jeder Blick in den Spiegel schmerzt. Es ist wirklich nur schwer zu ertragen, wenn der Bauch noch schwanger aussieht, man aber weiß, dass das Kleine nicht mehr lebt. Es zerreißt einen fast, jeden Tag ein bisschen mehr. Ebenso wie alles, was mit Schwangerschaft oder Geburt zu tun hat. Es ist nur schwer, dem zu entfliehen. Alle Mütter von drei Kindern werden mich von nun an an unser drittes Sternchen erinnern…

Als wäre alles nicht schon schwer genug gewesen, hat eine fiese Erkältung die ganze Family flachgelegt. Die Kinder waren schnell wieder fit, aber fitte Kinder nehmen leider gar keine Rücksicht auf kranke Eltern, und so lagen unsere Nerven ziemlich schnell blank. Keine besonders guten Voraussetzungen, um gut loslassen zu können…

Umso froher war ich, dass es nach genau zwei Wochen warten und ein bisschen Nachhelfen mit Kräutern und Homöopathie letzte Woche in der Nacht von Montag auf Dienstag tatsächlich von selbst gegangen ist. Und fühle mich irgendwie seltsam erleichtert und leer.

Zwei Tage vorher fing es mit ganz leichten Schmierblutungen an. Ab Sonntag hatte ich dann schon immer mal wieder so ein regelschmerzartiges Ziehen. Montag Abend dann gegen halb 9 ging es los mit wehenähnlichen Kontraktionen wie beim richtigen Geburtsbeginn, die dann in immer kürzeren Abständen kamen, bis es alle zwei Minuten waren. Und dann kam auch das Blut, und immer mal wieder schwallartig ziemlich große Stücke, wohl Gebärmutterschleimhaut und geronnenes Blut. Zwei oder dreimal bin ich zwischendurch zum Ausruhen aufs Sofa (die Klobrille ist doch ziemlich unbequem auf Dauer), da wurden aber sofort sowohl die Abstände kürzer, als auch die Kontraktionen schmerzhafter- ich vermute, weil das Blut nicht ungehindert abfließen konnte (Zusammenhang zu Regelschmerzen?!!!). Zwischendurch hab ich immer wieder getrunken und einen Apfel gegessen. Irgendwann, nachdem die Abstände schon langsam wieder größer geworden waren, wurden sie auf einmal wieder kürzer und die Kontraktionen heftiger, und meine Vermutung, dass irgendwas im Gebärmutterhals feststeckt hat sich bestätigt. Ich habe getastet und es dann mit den Fingern rausgezogen, es sah aus wie ein Stückchen Plazenta oder vielleicht auch die Fruchtblase. Danach wurden die Kontraktionen sofort wieder schwächer und die Abstände länger, bis es sich nach insgesamt 6 Stunden wieder so beruhigt hatte, dass ich um 3 Uhr ziemlich fertig aber irgendwie auch zufrieden ins Bett gehen konnte. Mein Körper hatte es diesmal alleine geschafft.

Einen Tag später hatte ich dann noch leichte „Nachwehen“ und ziemliche Kreislaufprobleme. Wie eine kleine Geburt eben. Nur mit leerem Bauch UND leeren Armen am Ende. Aber zumindest war es ja quasi eine kleine Hausgeburt…

Aber es war noch nicht alles. Zwei Tage später hatte ich irgendwie ein ungutes Gefühl, und spürte so einen Druck nach unten, als ob noch irgendwas rauswollte. Also hab ich das homöopathische Mittel nochmal wiederholt, vorsorglich viel Wasser mit Zitrone getrunken, und kurze Zeit später fing es tatsächlich nochmal ganz schön stark an zu bluten. Es steckte nochmal etwas im Gebärmutterhals fest, diesmal konnte ich es allerdings nicht rausziehen. Dann fiel mir zum Glück noch ein, mit aller Kraft zu pressen wie bei einer Geburt. Und siehe da, ein kinderfaustgroßer Klumpen plumpste heraus. Danach hat sich sofort alles wieder beruhigt, und die Blutung wurde wieder deutlich schwächer. Den Klumpen hab ich aufgehoben und eingefroren, um später, wenn ich soweit bin, etwas zu haben, was ich bei einem kleinen Beerdigungsritual an Mutter Erde zurückgeben kann.

Kreislaufmäßig ging es mir dann allerdings ziemlich miserabel, bei jedem Aufstehen wurde mir schwindelig. Zum Glück kam meine Mum für zwei Tage zu uns, alleine hätte ich mich nicht um die Kids kümmern können. Beim Frauenarzttermin am nächsten Tag zeigte sich auch der Grund dafür: ein Hb-Wert von 6,2 (normal ist ca. 12). Ab einem Wert von 6 ist eigentlich eine Bluttransfusion angezeigt. Das war erstmal ein ziemlicher Schock. Bluttransfusion?! Ich sollte nun übers Wochenende hochdosierte Eisentabletten nehmen, und dann wollte die Ärztin den Hb-Wert nochmal kontrollieren. Da er aber in den zwei Tagen (logischerweise) nur minimal auf 6,6 gestiegen ist, ich immernoch weiß wie eine Wand aussah und mein Kreislauf immernoch total im Keller war, wurde ich sofort zum Hämatologen überwiesen. Am gleichen Tag bekam ich noch eine Eiseninfusion, und einen Tag später dann tatsächlich eine Bluttransfusion. War schon ein etwas seltsames Gefühl, insgesamt 2 Stunden dazusitzen und fremdes Blut durch einen Schlauch in den eigenen Körper laufen zu sehen, aber ich spürte förmlich, wie die Farbe in mein Gesicht zurückkehrte. Danke an den Menschen, der sein Blut gespendet hat.

Danach ging es mir schlagartig wieder besser. Und beim heutigen Frauenarzttermin endlich die Erleichterung: ich brauche keine Ausschabung, bis auf einen klitzekleinen Rest ist alles abgeblutet. Es ist also geschafft. Ein kleines bisschen stolz, dass ich es diesmal alleine geschafft habe, auch wenn es durch den hohen Blutverlust gefährlich war.

Die Wut auf das Schicksal weicht langsam, und macht anderen Überlegungen Platz.

Will ich wirklich noch ein weiteres Kind, wenn es scheinbar nur mit medizinischer Hilfe (Heparinspritzen) möglich ist? Kann ich mich mit zwei Kindern zufrieden geben, wenn ich doch so gerne eine große Familie hätte? Was tue ich meinen Kindern für ein potentielles Leid an, wenn ich meine „Defekte“ an sie weitervererbe? Vielleicht hätte ich, wenn es rein nach der Natur ginge, ja auch gar keine Kinder bekommen sollen?…

Weil ich es so wichtig finde, die Alternative kleine Geburt bekannter zu machen, hier noch ein paar Links:

Allgemeine Informationen zu Fehlgeburten und Vor-und Nachteile einer kleinen Geburt:

http://www.mein-sternenkind.de/fehlgeburt/kleine-geburt/

Noch zwei andere (lange) Berichte über kleine Geburten:

https://www.hebammenblog.de/die-kleine-geburt-ein-fehl-geburtsbericht/

http://www.schwanger-in-duesseldorf.de/selbstbestimmt_auch_bei_einer_fehlgeburt.html

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Du riechst so gut!, Geburt, Hausgeburt

Der kleine Bruder ist da :-)

Um 10 Uhr heute morgen hab ich die Geburtskerze angezündet, und heute nachmittag um halb vier ist er geschlüpft.

Wie gewünscht war es eine Bilderbuch-Hausgeburt 🙂 Mit knapp über 4000g und 55cm ist er allerdings nicht wirklich klein…

Auch die große Schwester ist jetzt schon begeistert von den süßen Füßchen 🙂

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Die nächsten Tage werden wir ausgiebigst mit unserem süßen Wunder kuscheln und uns vor der Hitze so gut es geht drinnen verstecken…

Geburt, Hausgeburt, Selbermachen

Geburtskerze

Ich habs tatsächlich noch geschafft, eine Geburtskerze zu machen bzw. zu verzieren:

Die werde ich dann anzünden, wenn die ersten Wellen kommen, und sie soll mir dabei helfen, den Fokus nicht zu verlieren und mich auf die Geburt zu konzentrieren.

Ansonsten ist auch soweit alles fertig, von mir aus könnte sich der Zwerg also langsam auf den Weg machen 🙂 Ich trinke schon fleißig Himbeerblättertee, aber noch tut sich wehentechnisch nicht wirklich was. Es wird spannend…

Frauengesundheit, Geburt, Hausgeburt, Kräuter, Schwangerschaft, Schwangerschaftsgedanken

Schwangerschaftsgedanken IV: 31. SSW

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Der Countdown läuft! Noch 10 Wochen bis zum ET.

Bauch innen und außen

Der Bauch fühlt sich an und sieht aus wie mindestens 35. Woche! Umfang misst 106 cm! Wo soll das noch hinführen?

Noch strampelt und tritt der Zwerg was das Zeug hält, gerne auch mal so, dass ich richtig wackle.

Wehwehchen

Die vermehrten Kontraktionen haben sich letztes Mal so um die 25. Woche bemerkbar gemacht, in der 26. SSW war ich dann ein paar Tage im Krankenhaus und danach lag ich die meiste Zeit auf dem Sofa. Diesmal merke ich immernoch nichts, bis auf ein gelegentliches Hartwerden, das aber normal ist. Vielleicht „weiß“ mein Körper, dass ich mir das diesmal nicht leisten kann, mit kleiner Wuselmaus um mich herum… Allgemein fühle ich mich viel fitter als bei der letzten Schwangerschaft. Ob das an der Ernährung liegt?

Ab und zu zieht der Ischias, v.a. bei nasskaltem Wetter und nach langen Spaziergängen. Dagegen hat mir die Hebamme das Kreuzbein-Massageöl von Ingeborg Stadelmann gegeben. Eine Massage mit dem Igelball und eine warme Wärmflasche helfen auch ganz gut.

Kräuter, Pülverchen

Da mein Eisenwert nicht der beste ist, nehme ich jeden Tag mindestens 2x Blutquick vor dem Essen. Außerdem trinke ich jeden morgen ein Glas Zitronenwasser auf nüchternen Magen, damit hab ich auch gleich noch das Sodbrennen abgeschafft.

Angelehnt an das Rezept aus dem Buch „Alchemilla“ hab ich mir meinen eigenen Schwangerschaftstee gemischt (Ohne Himbeerblätter, wegen den vorzeitigen Wehen):

Frauenmantel, Brennessel, Zinnkraut, Schafgarbe, Goldrute, Melisse, Johanniskraut zu gleichen Teilen.

Davon gibt es jeden Abend eine große Tasse, mit ein paar Spritzern Zitronensaft (-> Eisen).

HypnoBirthing

Wenn ich es schaffe, setze ich mich Abends mit Strickzeug aufs Sofa und höre mir nebenbei die Affirmationen an, die Entspannungsübungen im Bett vorm Schlafen, und die Atemtechniken versuche ich im normalen Tagesablauf mit einzubauen.

Sonstiges

Der Nestbautrieb ist ausgebrochen, aber so richtig! Ausmisten, Sortieren, Listen schreiben und abarbeiten… und endlich auch ein bisschen Stricken, auch wenn ich lange nicht soviel Zeit dafür habe wie letztes Mal.

Schlafen wird langsam zur echten Herausforderung- ich wälze mich von einer Seite auf die andere, wache ziemlich oft auf, und zerbreche mir dann den Kopf über über Plazentanosoden, Lotusgeburt, Stoffwindeln, Bauchabdrücke, usw…

Und die Gedanken drehen sich zunehmend um die Geburt.

Für die Maus hab ich das Buch „Runas Geburt“ gekauft, auch wenn sie vermutlich noch ein bisschen zu klein dafür ist. Angucken tut sies jedenfalls gerne 🙂

Hausgeburt, Schwangerschaft, Schwangerschaftsgedanken, Spirituelles, Yoga

Schwangerschaftsgedanken II

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Bauch innen und außen

Von außen kann man nun schon erahnen, dass da ein kleines Menschlein wächst… Ich warte sehnsüchtig auf die ersten zarten Bewegungen, das letzte Mal war es so in der 17. Woche, als ich das erste Mal was gespürt habe, und beim zweiten soll frau es ja früher spüren. Das kleine Zauberböhnchen müsste jetzt schon etwa 8-9cm groß sein, unglaublich, dass ich davon noch nichts merke!

Wehwehchen

Halten sich in Grenzen, eigentlich fühl ich mich wohl momentan, soweit das mit einem Puls von 100/60 geht 🙂 Ich muss vor allem drauf achten, genug zu trinken, da hapert es noch ein wenig, v.a. weil ich ja die Maus auch noch stille. Alles andere (Sodbrennen, Krampfadern, usw.) lässt hoffentlich noch ein wenig auf sich warten.

Medikamente, Kräuter, Pülverchen

Seit der 13. Woche spritze ich nun wieder jeden Abend Clexane. Bin auf die Idee gekommen, mir die Spritzen in einem bestimmten Muster in den Oberschenkel zu stechen, dann hab ich nicht nur verteilt lauter rote Punkte, sondern wenigstens ein cooles Einstech-Tattoo 😉

Angst

Als die Müdigkeit und die Übelkeit so in der 12./13. Woche plötzlich weg waren, hatte ich mal kurz Panik, jetzt geht es aber wieder. Bis zum nächsten Ultraschall bei der FÄ dauert es noch 6 Wochen, aber Anfang Februar muss ich wieder zur Hämatologin, die macht normalerweise auch immer einen US, das sollte mich dann hoffentlich beruhigen. So ganz cool wie gewünscht bin ich offenbar leider doch nicht.

Die Hebamme war heute zum ersten Mal da. Sie hat auch ein tragbares US-Gerät, damit hat man aber leider noch nichts eindeutiges hören können.

Am größten ist momentan aber die Angst, es einfach nicht zu schaffen mit zwei so kleinen Mäusen. Im Alltag geht die Schwangerschaft noch ziemlich unter, ganz anders als beim letzten Mal. Erst Abends, wenn ich mir den Bauch mit dem Schwangerschaftsöl einreibe, wird mir so richtig bewusst, dass ich ja schwanger bin. Wie wird es, wenn der Bauch langsam dicker wird und alles beschwerlicher wird? Die Maus ist ja noch zu klein um zu verstehen, dass ich dann nicht mehr alles machen kann…

Spirituelles

Als „Mitwachsendes Projekt“ hab ich mich für die allererste Idee entschieden, eine Perlenkette. Die erste Perle ist aus dem Griff einer alten Olivenholzbürste. Am Ende hab ich dann 28 verschiedene Perlen (weil ich ja erst in der 13. Woche damit angefangen habe), vielleicht auch einen Greifling für den kleinen Zwerg 🙂

Ich habs tatsächlich geschafft, einmal Yoga mit der DVD zu machen. Danach hab ich mich richtig gut gefühlt- fit, mit frischer Energie aufgetankt. Will ich nun auf jeden Fall regelmäßig machen, wenigstens einmal pro Woche.

Den Schwangerschafts-Altar hab ich erstmal auf meinem normalen Altar eingerichtet, es fehlen aber noch ein paar Dinge: Ein US-Bild, eine Schale für die Perlen (katzensicher!), eine Kerze.

Sonstiges

Ich hab mir tatsächlich die Belly Chimes von Amy Swagman bestellt. Allerdings warte ich noch auf die Ankunft des Päckchens, es kann bis zu 6 Wochen dauern.

Auf diese beiden Seiten hier gibt es ein paar witzige Anregungen, wie frau ihre Schwangerschaft dokumentieren kann:

Time Lapse Videos

20 Awesome Ways to Document your Pregnancy

Und: meine Hebamme würde diesmal sogar eine Hausgeburt machen, vorausgesetzt natürlich, es gibt keine größeren Probleme im Vorfeld. Auf jeden Fall bin ich sehr froh, dass diesmal zumindest die Chance auf eine Hausgeburt besteht. Ich muss mich selber noch ausführlicher damit befassen, Infos sammeln, lesen… aber zum jetzigen Zeitpunkt fühlt es sich für mich richtig an.

Habt ihr (Lese-)Tipps zum Thema Hausgeburt?