2 unter 3, Attachment Parenting, Elternsein, Montessori zu Hause, Waldorf

AP, Waldorf, Montessori: Warum oder?

 Attachment Parenting 2.0

Beim ersten Baby war ich sozusagen noch Hardcore Attachment Parenting Anhänger. In der Theorie hörte sich das alles so einfach und selbstverständlich an. Natürlich wird das Baby AUSSCHLIESSLICH getragen, natürlich VOLL und NACH BEDARF gestillt, so lange bis sich das Kind von alleine abstillt, natürlich schlafen wir im FAMILIENBETT, usw. Bei der Erwähnung eines Kinderwagens, Schnullers, Fläschchens oder Gitterbettchens im gar eigenen Zimmer lief es mir eiskalt den Rücken runter – wie kann man nur! Erstelterlicher Idealismus, würde ich sagen 😉 Mittlerweile hat sich das alles ein bisschen relativiert. Nur weil man alles 100%ig richtig zu machen glaubt, heißt das noch lange nicht, dass das auch für die eigene Familie so funktioniert und die beste Lösung ist. Hier ein sehr schöner Artikel dazu: Vorsicht! Attachment Parenting funktioniert nicht

Irgendwann gab es dann auch bei uns Schnuller, Kinderwagen, Wegwerfwindeln und (teilweises) Abstillen, weil der Alltag dadurch für alle einfacher wurde. Was nützt es denn, alles einer Ideologie entsprechend fanatisch „richtig“ machen zu wollen, wenn man sich dadurch selber nur das Leben schwer macht.

Waldorf

Über Leonies Bücherliste fiel mir das Buch  „You are your child`s first teacher“ in die Hand. Dadurch wurde mir erst so richtig klar, wie wichtig eine ansprechende Umgebung, Rhythmus und Rituale für ein Kind sind, und ich habe angefangen, unseren Alltag und Wohnraum dementsprechend umzugestalten, z.B. gibt es jetzt bei uns ein Wochenrad, wo jeder Tag seine eigene Farbe hat, und entsprechende Aktivitäten stattfinden. Dazu gibt es bald noch einen extra Beitrag.

Montessori

Auf der Suche nach Anregungen, wie man sein Zuhause kleinkindgerechter gestalten kann, kam ich schließlich zu Montessori, und habe unter anderem einen meiner neuen Lieblingsblogs entdeckt: Eltern vom Mars. So viele tolle Ideen, am liebsten würde ich bei uns gleich sofort alles auf einmal umgestalten…

Von Montessori hatte ich zwar schon öfter mal gehört, wusste aber nicht genau, welches Konzept dahintersteckt. Zeit, sich mal genauer zu informieren, und so hab ich mir ein paar Bücher gekauft:

Gelesen habe ich bis jetzt die ersten beiden, in die „Übungen des praktischen Lebens“ gucke ich ab und zu mal rein, und das letzte lese ich momentan.

Der Montessori-Grundgedanke ist eigentlich ganz einfach:

„Hilf mir, es selbst zu tun.“

Dadurch, dass es bestimmte Dinge selbst tun kann, gewinnt das Kind ein gesundes Selbstbewusstsein. Ich versuche, sie bei sovielen alltäglichen Dingen wie möglich mitmachen zu lassen, und ihr alles ganz genau, aber mit wenigen und einfachen Worten zu erklären. Und es ist wirklich spannend zu sehen, was die Maus alles schon selber machen kann, wenn man sie nur lässt! An-und Ausziehen, etwas zum Trinken eingießen, eine Banane schälen und in Stücke schneiden, usw. Das schwierigste dabei ist eigentlich, mich selbst zurückzuhalten, ihr „helfen“ zu wollen, wenn es mir nicht schnell genug geht. Meistens genügt Warten oder ein kleiner Stupser in die richtige Richtung. Auch bei den Kleinsten kann man schon anfangen, ihnen Möglichkeiten zur Selbstständigkeit anzubieten, zum Beispiel indem man sie ab ca. 6 Monaten aus einem kleinen Schnapsglas trinken lässt statt aus einer Nuckelflasche.

In der nächsten Zeit werde ich einzelne Montessori-Aspekte herausgreifen und über unsere Umsetzung zu berichten.

Und was ist jetzt das Richtige?

Wir suchen uns einfach aus allen Richtungen, die es da draußen gibt, die Aspekte raus, die für uns passen und basteln uns daraus unsere eigene Erziehungsphilosophie.
Inspiriert sind wir neben Attachment Parenting, Waldorf und Montessori noch von Pagan Parenting, und der Arbeit von Emmi Pikler und Magda Gerber, auch wenn es da teilweise konträre Ansichten gibt 😉

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Attachment Parenting, Geburt, Kinder, Schwangerschaft

Schwangerschaftslektüre

Ich liebe Listen! Deswegen hier nun endlich mal meine Schwangerschafts-Lektüre-Liste. Viele Bücher davon habe ich schon während der letzten Schwangerschaft gelesen, zum Glück!, denn momentan bleibt mir nicht besonders viel Zeit zum Lesen. Das sind also meine absoluten Favoriten:

  • Die selbstbestimmte Geburt, Ina May Gaskin: Macht sehr deutlich, wie wichtig für die Geburt eine Umgebung ist, in der frau sich wohl und geborgen fühlt. Mit vielen authentischen Geburtsberichten, die die Geburt als vollkommen natürliches Geschehen darstellen und dabei helfen, Vertrauen in die eigene Geburtsfähigkeit aufzubauen. Wenn ich nur ein einziges Buch empfehlen könnte, wäre es vermutlich dieses.
  • HypnoBirthing, Marie F. Mongan: Quasi die Fortsetzung zu „Die selbstbestimmte Geburt“, frau bekommt Techniken für die Selbsthypnose bzw. Tiefenentspannung während der Geburt an die Hand.
  • Die Hebammensprechstunde, Ingeborg Stadelmann: DAS alternative Nachschlagewerk für die komplette Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Mit viel Eigenwerbung für die Stadelmann-Produkte, die aber wirklich absolut empfehlenswert sind.
  • Schwangerschaft- Mythos und Wirklichkeit, Karen Sailer: 5 sehr authentische Berichte vom Kinderwunsch bis zum Wochenbett, die den Mythos von der permanent glücklichen Schwangeren entlarven. Eine Wohltat!
  • Geborgene Babys, Julia Dibbern: Darüber, was ein Baby wirklich braucht (Hinweis: nicht viel ;-)).

und ganz neu auf dem Lesestapel:

  • Sacred Pregnancy, Anni Daulter: quasi ein Tagebuch im Buch, mit je einem bestimmten Thema für jede Schwangerschaftswoche. Wunderschönes Design, tolle Fotos, einfach ein Wohlfühlbuch. Zusammen mit „Die selbstbestimmte Geburt“ ein schönes Büchergeschenkpaket für werdende Mamis 🙂
Attachment Parenting, Bücherstapel, Einfach leben, Elternsein, Kinder, Schwangerschaft

Neu auf dem Lesestapel

So, ich denke das neue Outfit ist gefunden 🙂

Und gestern gab es Neuzugänge auf meinem Lesestapel:

  • Momma Zen – Walking the crooked path of motherhood von Karen Maezen Miller, gefunden auf Leonie Dawsons Top 15 Business, Self Help & Parenting Books of 2012
  • Nein aus Liebe von Jesper Juul
  • Aus Erziehung wird Beziehung ebenfalls von Jesper Juul
  • Organized Simplicity von Tsh Oxenreider (hier ihr Blog simplemom)
  • Wie ein Baby entsteht von Peter Tallack
  • die aktuelle unerzogen, hab ich als Abo, und komischerweise passt das aktuelle Thema immer haargenau

Mehr dazu, wenn ich mich durch den Stapel durchgewühlt habe…

Attachment Parenting, Babykram, Einfach leben, Vereinfachen, Windelfrei

Wirklich Windelfrei

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Bisher hatte ich mich ja noch nicht getraut, die Maus auch tatsächlich ohne Windel zu lassen. Also mehr WindelTROCKEN als WindelFREI 😉

Heute dann wars soweit: nur noch ein Baby-Unterhöschen und eine Hose drüber. OHNE Windel als Backup. Und siehe da: es klappt! (Bis auf einen kleinen „Unfall“ auf Papa’s Schoß 😉 ) Sie „sagt“ ziemlich zuverlässig bescheid, wenn sie mal muss. Im Tragetuch sowieso, und mittlerweile auch, wenn ich sie gerade mal nicht rumtrage.

Als nächstes werden wirs dann auch mal nachts ohne probieren…

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Attachment Parenting, Babykram, Einfach leben, Windelfrei

Und schon wieder Windelfrei…

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…es funktioniert!

Ich hab nicht gedacht, dass es doch so schnell und einfach geht, ich bin echt begeistert! Wenn ich das gewusst hätte, hätten wir schon viel eher damit angefangen…

Über die Feiertage waren wir bei Oma&Opa und die Maus hatte nach der etwa 2 1/2 stündigen Autofahrt immernoch eine trockene Windel. Die Gelegenheit haben wir sofort genutzt, sie ausgepackt, aufs Töpfchen gesetzt, und sie pieselt und käckert tatsächlich ganz selbstverständlich hinein 😉

Seitdem wird sie immer gleich nach dem Aufwachen aufs Töpfchen gesetzt, bzw. generell, wenn sie anfängt unruhig zu werden und mit den Beinchen zu zappeln. Seit gestern versuche ich, sie über Waschbecken oder Klo abzuhalten statt aufs Töpfchen zu setzen, funktioniert genauso 🙂 Ich frage sie dann, ob sie Pipi muss und mache „Psssssssssssssssspssssssssss“, und dann pieselt sie auch schon los 🙂 Klappt fast immer, die Trefferquote liegt bei 98%, würde ich sagen! Käckerwindel hatten wir seit dem Start der Beobachtungsphase schon keine einzige mehr, höchstens mal ein Pipi geht noch in die Windel, wenn wir nicht schnell genug sind.

Windelfrei-Ausstattung

Unsere Garderobe mussten wir ein bisschen anpassen, weil die An-und Auszieherei sonst schnell nervig wird. Statt Wolle-Seide-Höschen hat die Maus jetzt

  • Babylegs oder ähnliche Beinstulpen

an, die nicht andauernd runterrutschen, und als „Backup“ eine

  • schnell zu öffnende Stoffwindel mit Druckknöpfen oder Klettverschluss

Wir haben gebrauchte Storchenkinder Ringelwindeln und Popolino Ultrafit. Die schönen Strickbindewindeln sind da leider total unpraktisch. Darüber eine

  • Woll(klett)überhose.

Wenn sie nur auf dem Arm rumgetragen wird hat sie keine Überhose über der Windel, weil wir ja dann sofort merken wenn es nass wird. Dann noch ein

  • Wolle-Seide-Hemdchen,

jenachdem ob ich sie im

  • MeiTai / Tragetuch

habe oder nicht noch ein Jäckchen drüber, und natürlich schöne warme Wollsöckchen.

Fürs Bett eine

  • wasserdichte Unterlage,

und so zum Ablegen und Draufsetzen

  • alte Handtücher und einige Prefold-Windeln, ebenfalls gebraucht gekauft.

So ganz ohne Windel traue ich mich noch nicht, außerdem wär das momentan auch noch zu kalt. Zumindest würde ICH jetzt nicht gerne unten ohne rumrennen müssen 😉

Also an alle, die zweifeln- probiert es aus, es lohnt sich wirklich!

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Attachment Parenting, Babykram, Windelfrei

Windelfrei: Erste Erfolge :-)

Es gibt tatsächlich schon die ersten Windelfrei-Erfolge zu berichten 🙂 Auch wenn es eher Treffer nach Timing und nicht windelfrei im Sinne von Ausscheidungskommunikation/Elimination Comunication sind.

Zufälligerweise hab ich die erste Beobachtungssession nach dem Mittagsnickerchen gemacht- Babymiez hat nachmittags immer eine längere Schlafphase von ca. 3-4 Stunden und danach Huuuuuuuuuuunger.

Gleich beim ersten Mal hab ich sie dann beim Stillen aufs Töpfchen gesetzt, und sie musste tatsächlich groß- wohl ein Glückstreffer, dachte ich erst.

Nun machen wir das schon seit 4 Tagen so 🙂

Wenn ich merke, dass sie wach wird, schnell die Windel ausziehen, Babylegs an, und auf dem Töpfchen andocken. Beim Stillen pieselt sie meistens ein oder zweimal, und das große Geschäft kommt dann kurz nach dem Stillen. Wenn sie fertig ist, wird gemeckert 😉

Was die Signale angeht, muss ich sie aber wohl noch genauer und vor allem öfter beobachten. Alles, was evtl. darauf hindeuten könnte, dass sie muss, macht sie auch, wenn sie nicht muss.

Nach den Feiertagen werden wir evtl. zusätzlich noch mit Abhalten nach Uhr und speziellen „Ereignissen“ wie Aufwachen, Aus-dem-Tragetuch-nehmen, usw. anfangen…

Attachment Parenting, Babykram, Windelfrei

Windelfrei: Start!

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So, wir wollen es tatsächlich wagen. Windelfrei 🙂

Stoffwindeln sind zwar schön und gut, aber ein mit Kacke beschmierter Babypopo ist auch in Stoff eingepackt  nicht schön. Aber bevor das Töpfchen tatsächlich zum Einsatz kommt, starten wir zunächst mit

Phase 1- Beobachtung:

Jeden Tag für eine halbe Stunde wird die Maus jetzt auf einer pipisicheren Unterlage (mehrere Lagen aus: wasserdichte Unterlage + Handtuch + Prefold-Windel) ohne Windel beobachtet, was bzw. ob sie irgendwelche Signale gibt, bevor sie mal muss. Das würde die Sache nämlich enorm vereinfachen. Wenn sie „groß“ muss, fängt sie meistens ganz angestrengt an zu drücken, gerne auch mit den kleinen Händchen zur Faust geballt 😉 Bei Pipi konnte ich zumindest mit Windel an noch keine Anzeichen erkennen. Ich bin gespannt…

Für das Töpfchen haben wir schon extra einen „Sitzbezug“ aus einem alten Handtuch genäht, weil die Maus – oh Wunder 😉 – das kalte Plastik nicht mag:

Damit findet sie das Töpfchen schon akzeptabler 😉 Ich werde mich aber trotzdem mal noch nach einem anderen Töpfchen umsehen, weil das Asiatöpfchen seeeeeeeehr leicht kippt, wenn man es nicht gerade zwischen den Beinen klemmen hat…

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