Einfach leben, Frausein, Konsumwut, Kreatives, Minimalismus, Vereinfachen

Projekt „Minimalistischer Kleiderschrank“ oder Wieviel Klamotten braucht frau wirklich?

Ich bin grade dabei, so ziemlich ALLES zu entrümpeln. Irgendwann fängt das ganze Zeug was man so anhäuft an, einen zu erdrücken, die Luft zum Atmen zu nehmen. Ich hab schon seit einiger Zeit einen richtigen Drang, Ballast loszuwerden. Bis jetzt allerdings ohne großes System dahinter. Ich nehm mir einfach immer wenn ich Zeit habe einen Bereich in der Wohnung vor, den ich gründlich ausmiste und neu organisiere. Mein Ziel ist es, nur noch Dinge zu besitzen, die wir auch wirklich brauchen und benutzen, und genau zu wissen, WO ich was finde. Als nächstes ist der Kleiderschrank dran.

Mein Schrank ist übervoll, trotzdem steh ich oft ratlos davor und „hab nix zum Anziehen“. Und ich ziehe bestimmt nur einen Bruchteil vom Gesamtinhalt regelmäßig an, der Rest verstaubt. Ein Zeichen, endlich etwas zu ändern! Einmal richtig gründlich ausmisten, neu organisieren und Up- bzw. Recycling ist angesagt.

Bezüglich unseres Konsumverhaltens was speziell Klamotten angeht sind mir vor kurzem noch ein paar interessante Videos im Internet begegnet:

  • Die Doku „Schick aber schädlich“ zeigt eindrucksvoll, wer den eigentlichen Preis für die günstigen Klamotten von H&M und Co. zahlt- die Arbeiter nämlich, die nicht selten ihr Leben aufs Spiel setzen, um die neueste Mode für uns zu produzieren-, und dass auch Bio-Kleidung nicht wirklich Bio ist, weil meist zwar die Baumwolle biologisch angebaut wird, aber erstens nicht garantiert werden kann, dass nicht vom nicht-bio Nachbarfeld doch Pestizide herüberwehen, und zweitens trotzdem synthetisch (das heißt mit giftigen Substanzen) gefärbt wird.
  • Und die Video-Serie „Sweatshop – Deadly Fashion“, in der drei junge Modeblogger aus Schweden für 10 Tage nach Kambodscha reisen, um sich die Bedingungen vor Ort anzuschauen, und erschüttert werden. Auch wenn das für mich ein bisschen konstruiert wirkte, es ist auf jeden Fall ein Augenöffner.

Ich wusste zwar, dass die Klamotten unter widrigen Bedingungen hergestellt werden, aber die Bilder haben das nochmal mehr verdeutlicht. Da will ich nicht mehr mitmachen.

Gehört es zum glücklichen Frausein tatsächlich dazu, jede Saison einen neuen Stapel Klamotten zu kaufen, so wie es uns die Werbemaschinerie glauben machen will? Bestimmt nicht. Auch dann nicht, wenn alles irgendwann tatsächlich alles fair produziert werden sollte.

Mit dem ständigen Mehr-Wollen und Mehr-Kaufen befriedigen wir andere, tiefer liegendere Bedürfnisse, die uns vielleicht gar nicht so bewusst sind. Die Wilde Wölfin hat vor kurzem den schönen Beitrag „Haben und Sein“ dazu geschrieben.

In Zukunft werde ich deshalb:

  • nichts mehr bei den Billigklamottenläden kaufen (ich finde dort sowieso kaum noch was, weil mittlerweile fast überall Kunstfasern mit verarbeitet sind und ich die aktuelle „Mode“ einfach nur schrecklich finde)
  • wenn was gebraucht wird, dann entweder Second Hand oder wirklich Bio kaufen, vor allem für die Kids
  • nur hochqualitative Schuhe kaufen (wenn aus Leder, dann chromfrei gegerbt), die zwar teuerer sind, aber dafür auch jaaaaaahrelang halten. Ich bin zum Beispiel großer ElNaturalista-Fan:-)
  • Was Schuhe betrifft bin ich schon relativ minimalistisch, denke ich. Ein paar hübsche Sandalen hätte ich gern noch, da suche ich schon seit letztem Jahr. Das ist meine „Schuhsammlung“:
schuhe
Römersandalen, FlipFlops, Outdoorsandalen, Zehenschuhe, Ballerinas, Spangenschuhe, Stiefeletten, höhere Stiefel, warme Winterstiefel und Wanderschuhe. Ach, und ein paar Gummistiefel fehlt noch auf dem Bild. Das wären dann zusammen 12 Paar fürs ganze Jahr. Im Sommer lauf ich aber sowieso fast nur barfuß 😉

Und was den jetzigen Klamottenbestand angeht:

  • eine Bestandsaufnahme machen und gründlich ausmisten,
  • mit dem Ziel eines „minimalistischen Kleiderschranks“ wie es hier bei The Project 333 beschrieben ist, d.h. zu versuchen, mit nur 33 Teilen inklusive Jacken, Schuhen und Accessoires auszukommen, und alle 3 Monate zum Saisonwechsel den Kleiderschrankinhalt zu rotieren
  • schauen, ob und wie ich aussortierte Sachen re- oder upcyclen kann, und z.B.
  • aus zwei alten Shirts eines machen  und
  • aus alten Klamotten neue Kindersachen nähen

Ich werde berichten, wie es vorangeht, und auf jeden Fall Vorher-Nachher-Fotos machen 😉

 

Links zum Thema:

http://kleinerdrei.org/2015/02/genug-gehabt/

http://theproject333.com/

 

Advertisements

7 thoughts on “Projekt „Minimalistischer Kleiderschrank“ oder Wieviel Klamotten braucht frau wirklich?”

  1. hi, klingt nach einer super Idee!!! Jetzt ist eh auch eine passende Zeit (so Frühjahrsputzmäßig), hatte neulich auch große Lust was auszumisten und hab beim Kleiderschrank der Kinder angefangen…. finde ich echt gut, was du vorhast und tust! Ich hab immer noch voll viele Teile in den Schränken, die ich schon seit vielen Jahren habe, ich kauf so gut wie nichts neu, sondern wir machen mit Freundinnen Kleidertauschparties, es gibt Kostnixläden, wo man sich was holen kann und was altes hinbringt. Gerne verziere ich alte Teile von mir auch einfach mit Stickereien, da ist es gleich aufgepeppt ohne dass ich was neues kaufen brauche. Ich möchte auch nicht diese großen Billigproduzenten unterstützen. Ich trage seit über 10 Jahren meine alten DocMartens, so langsam zerfallen sie und nun werde ich auch schauen, dass ich mir wenn dann Schuhe von Gea oder VegaNova besorge, die auch wieder so lange halten! Danke dir nochmal für den Input, passt grad super, Alles Liebe, Elaria

  2. Da bin ich auch schon seit Langem dran 🙂 Es hat mich in den letzten Jahren so arg erdrückt, all der Ballast, da war und ist es immer noch ein Wohltat auszusortieren und seinen Besitz zu verkleinern. Mein Ziel wäre es, irgendwann einmal all meinen Besitz in ein Wohnmobil zu bekommen, außer ein paar wenigen Dingen, die ich zwischenlagere. Aber den Hauptteil möchte ich so klein wie möglich halten.
    Ich bin gespannt auf weitere Einträge von dir 🙂

    Viele Grüße,
    Sandra

  3. Da habe ich vielleicht etwas für Dich nachzulesen, ich habe mich voriges Jahr recht intensiv mit den Themen auseinander gesetzt:

    https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2014/02/25/wie-viel-kleidung-braucht-ein-mensch/

    https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2014/01/19/was-passiert-mit-altkleidern/ – da sind ganz viele Videotipps, wenn Du noch mehr schauen magst.

    Ich musste so schmunzeln, weil Du so die ähnlichen Ausdrücke wie ich verwendet hast, auch „typisch Frau nichts anzuziehen“ dazu habe ich gleich eine ganze Serie geschrieben.

    Derzeit mache ich gerade wieder bei Modeprotest: Klamottenkur 2015 mit.

    lg
    Maria

    1. Hallo Maria, danke dir für deine Links, ich habe gleich mal gestöbert. Da sind ja noch einige interessante Ideen dabei, vor allem der Mix&Match-Kleiderschrank! Und das Thema Altkleider, jaaaa…
      glg, enemene

  4. Oh, danke dir, darüber wollte ich längst bloggen und habe mir gestern gleich die erste von dir genannte Doku angeguckt…
    Ich hab wenig im Schrank und davon das meiste Second Hand oder bereits seit vielen Jahren …
    Hab nen schönen Tag!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s