Langhaartraum, Naturkosmetik, Seifenschaum, Selbermachen, Weg mit dem Plastikdreck

Haaaaarseife!

Nach längerer Siedepause hab ich mich gestern an eine OHP (Oven Hot Process= Heißverseifung im Ofen) gewagt. Der Vorteil an OHP-Seifen ist, dass

  • sie quasi sofort verwendbar sind, weil man direkt nach der Zeit im Ofen schon „fertige“ Seife hat,
  • Überfettungsöle, die man nach dem Verseifungsprozess zugibt, sicher nicht mehr verseift werden,
  • und auch ätherische Öle so besser und länger halten sollen.

Hier eine bebilderte Anleitung, und hier noch eine.

Da ich auf meine Haarseife nicht wochenlang warten wollte, und ich mit meinem wertvollen Avocadoöl überfetten wollte, wurde es also eine OHP. War eine ganz schöne Zitterpartie, weil sich nach einer Stunde im Ofen noch nicht viel getan hat. Ich sah mich in Gedanken schon das Zeug aus dem Topf kratzen und den Mülleimer füttern… aber es ging doch noch gut aus. Nach 1 1/2 Stunden hatte sie die gewünschte „Elefantenhaut“.

Aus einem Grundrezept hab ich drei Varianten gemacht, jeweils unterschiedlich gefärbt und beduftet. Abgstimmt auf die Bedürfnisse von Haaren und Kopfhaut hab ich folgende Öle verwendet: Kokos, Olive, Rizinus, Jojoba, Avocado, Mandel, Traubenkern.

Variante 1 „Morgenrot„: gefärbt mit roter Tonerde und Paprika-Öl, beduftet mit ÄÖ Litsea Cubeba, Lemongras und Geranium

Variante 2 „Kräuterfrische„: gefärbt mit grüner Tonerde, beduftet mit ÄÖ Rosmarin, Salbei, Lavendel, Pfefferminze

Variante 3 „Braunie„: gefärbt mit Kakao, beduftet mit ÄÖ Ylang Ylang, Patchouli, Bergamotte, Rosmarin

Den Seifenleim muss man fast in die Form prügeln, und die Optik von OHPs ist etwas rustikaler:

Langhaartraum, Naturkosmetik, Selbermachen

Haariges Vorher – Nachher

Hier ein Vergleich, was frau mit Lockenpflege innerhalb von 4 Wochen aus einem Strohkopp machen kann:

Vorher sah meine „Pflege“ so aus:

  • jeden Tag morgens bürsten
  • alle 5-7 Tage waschen mit verdünntem Naturkosmetik-Shampoo und Brennessel-Apfelessig-Spülung
  • tagsüber Haare meistens offen getragen, nachts einfacher Pferdeschwanz

Folgendes hab ich verändert:

  • Statt bürsten wird jetzt nicht mal mehr gekämmt 😉 nach 3-4 Tagen muss ich allerdings kämmen, sonst hab ich eine Filzmatte auf dem Kopf
  • Vor dem Waschen kommt eine reichhaltige Kur (Heymountain Groovy Mango) in die Haare, und Öl auf die Kopfhaut, was mindestens 2 Stunden einwirkt, besser über Nacht
  • Gewaschen wird ca. alle 4-5 Tage, weiterhin mit NK-Shampoo und Kräuter-Essig-Rinse, allerdings nehm ich statt Apfelessig Rotweinessig, der riecht nicht so penetrant
  • Zum Abtrocknen nehm ich ein T-Shirt statt einem Handtuch (schonender für die Haare)
  • Trocknen dürfen sie „geploppt“ im Schlauchtuch
  • Nachts mach ich einen Palmen-Zopf = sehr hoher Pferdeschwanz, dann liegt frau nicht auf den Haaren,
  • Und zwischen den Wäschen werden die Locken mit Leave-In (Aloe-Vera-Saft + dest. Wasser + Mandelöl + einen winzigen Klecks Conditioner + ÄÖ nach Vorliebe) und meiner Zauberhaarkur (Rezept hier) aufgefrischt.

Mit dieser Pflegeroutine bin ich schon sehr zufrieden, will aber trotzdem noch andere Sachen testen, wie z.B. verschiedene Öle, ein Seidenkopfkissen und natürlich Haarseife. Am allerliebsten würde ich ja ausschließlich Selbstgerührtes verwenden…aber ich befürchte, dass ich von Heymountain nicht mehr loskomme 😉

Einen großen Dank ans Langhaarnetzwerk an dieser Stelle für die vielen tollen Tipps!

Naturkosmetik, Schwangerschaft, Tauschrausch

Tauschangebot: Weleda-Öle

So, dann fang ich mal an mit meiner Schwangerschaftsbedarf-Auflösung:

Ich habe je ein Damm-Massageöl (MHD 04/2011) und ein Stillöl (MHD 06/2011) von Weleda anzubieten. Jeweils 50 ml, originalverpackt (Neupreis je ca. 10 €):

Hier gibts noch mehr Infos dazu: Weleda

Hat jemand Interesse? Dann einfach einen Kommentar hinterlassen. Wäre sehr schade, wenn es ranzig wird.

Tauschen würde ich am liebsten gegen Selbstgemachtes, Rohstoffe zum Kreativ-Werkeln (Filzwolle, Garne, Stoffe, Öle, Räuchersachen, Perlen, hübsches Papier,…), Bücher,  Bio-Tees, handgesiedete (Haar-)Seifen oder keltischen Haarschmuck. Andere Angebote dürfen natürlich auch gemacht werden 😉

Frausein, Schwangerschaft, Seelenstriptease, Sternenkinder

Meanwhile, I keep dancing.

*

Achtung, Seelenstriptease:

Wir versuchen jetzt schon seit knapp 4 Jahren unseren Kinderwunsch zu
verwirklichen.
Mittlerweile sind so viele Freunde, Bekannte und Verwandte problemlos an
uns „vorbeigezogen“, dass ich es langsam nicht mehr ertragen kann, „freudige“
Nachrichten hören zu müssen. Gesundheitlich geht es mir nicht wirklich gut,
vom Seelischen ganz zu schweigen. Ich versuche alles zu meiden, was nur
annähernd mit dem Thema Schwangerschaft und Babys zu tun hat. Falls ich es
nicht meiden kann, merk ich wie mir das Herz bis zum Hals schlägt, bringe kein
Wort mehr heraus und muss mich beherrschen, nicht in Tränen auszubrechen.
Zudem hab ich seit der zweiten Fehlgeburt sehr unregelmäßige und lange Zyklen,
was mich noch zusätzlich belastet. Ich fühle mich nicht mehr wirklich als Frau.
Mit der letzten dieser freudigen Nachrichten vor ein paar Tagen hat etwas in
mir drin gesagt: „So, es reicht. Es reicht jetzt einfach. Du machst dich doch nur selber kaputt, wenn du nicht bald was änderst.“
Und der Entschluss, den Kinderwunsch an den Nagel zu hängen, nahm in meinem
Kopf Gestalt an, zuerst nur aus Wut und Trotz. Aber je länger ich drüber
nachgedacht habe, umso klarer wurde mir, dass das Loslassen wahrscheinlich die
einzige Möglichkeit ist, diesem Teufelskreis aus negativen Gedanken und
Gefühlen zu entkommen.
Vielleicht bin ich noch gar nicht reif genug um Kinder zu bekommen, vielleicht
sollen wir aber auch einfach keine haben in diesem Leben.
So oder so glaube ich, dass ich einfach wirklich loslassen muss (und nicht nur
so tun als ob, mit der insgeheimen Hoffnung, dass es dann- oh Wunder- auf
einmal doch klappt mit dem Baby) um mir endlich meine Lebensfreude wieder
zurückzuholen.

Neulich ist mir bei Jademond ein Spruch begegnet:
„I get up, I fall down, I get up. Meanwhile, I keep dancing.“
Der hat mich zusätzlich innerlich wachgerüttelt. Mir ist klar geworden, dass ich nach dem letzten
Fall nicht wieder aufgestanden bin, momentan verletzt und verbittert am Boden
liege und dabei das Tanzen verlernt habe. Dabei ist das Tanzen so wichtig.
Ich will aufstehen und das Tanzen wieder lernen.
Dazu werde ich mir auch eine Psychotherapeutin suchen. Wahrscheinlich gibt es
auch noch einiges an Trauerarbeit aufzuholen, was noch tief in mir drin festsitzt.
Bis vor kurzem noch dachte ich, alles wird erst wieder gut, wenn ich ein
gesundes Baby in den Armen halten darf. Was aber, wenn das tatsächlich nie der
Fall sein wird? Wer weiß das schon? Dann werde ich mein Leben lang unglücklich
sein. Und das will ich nicht.

Seit ich diesen Entschluss gefasst hab, fühl ich mich irgendwie befreit, wie
aus einem unsichtbaren Gefängnis ausgebrochen. Ich hab endlich wieder Luft zum
Atmen.
Der Abschied geht nicht von heute auf morgen, es ist eher ein Prozess- aber ich
hab den Anfang gemacht. Ich kann auch nicht sagen, ob es eine 100% endgültige
Entscheidung ist. Vielleicht spür ich irgendwann auch wieder den dringenden
Wunsch, schwanger zu werden, aber momentan hätte ich gar nicht die Kraft dafür.
Die Angst, dass es wieder schiefgehen könnte wäre viel zu groß.
Eine Schwangerschaft, wie ich mir sie gewünscht hatte, wäre so gar nicht
möglich. Ich hab das Vertrauen in meinen Körper verloren, und das muss ich erst
langsam wieder aufbauen.
Werde jetzt zuerst meiner Seele die Chance geben wieder zu heilen, meinem
Körper die Zeit, wieder in seinen natürlichen Rhythmus zu finden und mich auf
ein Leben ohne Kinder einstellen.
Auch wenn es schmerzt, alle Babysachen, die wir in unserer überschwänglichen
Vorfreude schon gekauft hatten, werden weggeräumt bzw.  verkauft. Ebenso alle Bücher zum Thema und alles was ich für eine eventuelle Schwangerschaft noch hier habe.
Manchmal muss so ein harter Schlussstrich eben sein.
Puh, das ist lang geworden.
Aber es musste raus.

*